kunst+care

Das Projekt kunst+care befasst sich mit der Vereinbarkeit von Sorgearbeit und Kunstproduktion. Ziel ist eine Verbesserung von Förderstrukturen auf Landes- und Bundesebene und die uneingeschränkte Teilhabe am Kunstbetrieb.

Frauen leisten in der Gesellschaft den überwiegenden Teil der Fürsorgearbeit (44% mehr als ihre männlichen Partner). Unbezahlte und nicht abgesicherte Reproduktionsarbeit wirkt sich auch erschwerend auf den Verlauf der Karrieren von Künstlerinnen* aus.

 

Ziel des fair share! Projektes kunst+care ist die uneingeschränkte, vorurteilsfreie Teilhabe von Künstlerinnen* mit care-Verantwortung am Kunstbetrieb sowie die Anpassung der Förderstrukturen auf Landes- und Bundesebene u.a. gemäß den Empfehlungen des Deutschen Kulturrates (von 2016, 2020 und 2023).

Im Austausch mit Akteurinnen* der Netzwerke Mehr Mütter für die Kunst, Bündnis Kunst & Kind München, kunst+kind berlin, art + care (Schweiz), intakt (Österreich), Other writers need to concentrate, Caring Culture Lab, Bühnenmütter sowie dem bbk berlin und BBK werden Forderungen erstellt und Lösungvorschläge erarbeitet. Diese wurden u.a. vor dem Kulturausschuss des Bundestages durch die fair share! Aktivistinnen* Teresa Monfared (März 2023) und Ines Doleschal (März 2024) zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Kultur- und Kreativbereich“ vorgetragen.

kunst+care Forderungen sind:

  • Wiedereinstiegsstipendien für kunst- und kulturschaffende Frauen mit Sorgeverpflichtung nach der Familien- oder Pflegephase
  • Residenzstipendien für Eltern bzw. Sorgeverpflichtete und Anpassung bestehender Residenzstipendien an die Bedürfnisse Sorgeverpflichteter
  • Verpflichtung ausrichtender Institutionen, Kinderbetreuung bzw. finanzielle Aufstockungen anzubieten und eine Flexibilisierung von Stipendienaufenthalten zu gewährleisten, um Künstler*innen mit Kindern den Arbeitsaufenthalt zu ermöglichen
  • Übergreifende Anerkennung von Kinderbetreuungskosten als Projekt- und Produktionskosten

Als Grundlage eines würdevollen Arbeitens und (Über-) Lebens in der Kulturbranche und als notwendige Maßnahme zur Vermeidung von Abhängigkeit und (Alters-) Armut fordert kunst + care außerdem:

  • einen verbesserten Mutterschutz für Solo-Selbständige
  • die Absenkung des zum Bezug von Grundrente notwendigen Durchschnittseinkommens auf 10% des Durchschnittseinkommens
  • die Anerkennung von Stipendien als für das Sammeln von Rentenpunkten relevante Einnahme und ggf. Erhöhung derselben um einen potentiell zu versteuernden Anteil
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Fact Sheet kunst+care.pdf
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