kunst+care

Das Projekt kunst+care befasst sich mit der Vereinbarkeit von Sorgearbeit und Kunstproduktion. Ziel ist eine Verbesserung von Förderstrukturen auf Landes- und Bundesebene und die uneingeschränkte Teilhabe am Kunstbetrieb.

Berliner Kulturausschuss

Geschlechtergerechtigkeit in der Kultur war Thema am 2. März im Ausschuss für Kultur, Engagement und Demokratieförderung des Abgeordnetenhauses Berlin. Als fair share! Expertinnen sprachen Ines Doleschal und Alice Münch über strukturelle Benachteiligungen von Künstlerinnen* mit Fürsorgeverantwortung: Künstlerinnen* mit Kindern und/oder Pflegeaufgaben erfahren im Kulturbetrieb häufig Diskriminierung und stoßen auf strukturelle Hürden. Für echte Chancengleichheit braucht es:

  • Förderinstrumente, die den Lebensrealitäten von Künstlerinnen* mit Care-Verantwortung gerecht werden und 
  • Exzellenz und Gleichberechtigung zusammen denken

 


Berlin kann hier eine Vorreiterrolle übernehmen, indem neue, passgenaue Fördermodelle entwickelt werden. Unser konkreter Vorschlag: Wiedereinstiegsstipendien für Künstlerinnen mit Care-Verantwortung*.

 

🎧Zum Nachhören: Beitrag auf rbb Radio 3  

Fact Sheet 2026

Hier findet ihr unser aktuelles Fact Sheet zum Gender Pay Gap, Pension Gap, Care Gap und viele weitere Fakten.

 

Mutterschaft und Vaterschaft werden in unserer Gesellschaft nach wie vor unterschiedlich bewertet. Die Zahlen aus dem Kunstkompass 2024 (Magazin Capital 12/2024) haben wir ausgewertet und in unserem neuen fact sheet zusammengefasst.

 

Download: 

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fact sheet kunst+care 2026.pdf
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Wir setzen uns mit viel Energie in Gesprächen mit Verbänden, Verwaltung und Kulturpolitik für eine Verbesserung von Förderprogrammen und für mehr Teilhabe ein, z.B. für Wiedereinstiegsstipendien für Künstlerinnen* mit Care-Verantwortung und Artist Residencies für Künstlerinnenmütter.

Caring Culture Lab

Das Caring Culture Lab ist live!

 

Ines Doleschal und Alice Münch vertreten fair share! und das Projekt kunst+care in dem community-getragenen Kompetenzzentrum für Gleichstellung und Vereinbarkeit im Kultursektor. Es setzt sich für die Sichtbarkeit, Anerkennung und strukturelle Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kulturschaffenden mit Sorgeverantwortung ein. 

 

Initiiert von Dr. Sascia Bailer mit weiteren Akteurinnen*: Marie Lienhard, Mothers*, Warriors, and Poets, Mehr Mütter für die Kunst., Bühnenmütter* e.V., K&K– Bündnis Kunst & Kind München, kunst+kind Berlin und Kulturmanagerin Tanja Blum. 


Berliner Umfrage zur Stipendienvergabe für Künstler*innen mit Care-Verpflichtungen

Das fair share! Projekt kunst+care startete eine Umfrage, um Stipendienbewerber*innen und geförderte Stipendiat*innen mit Care-Verpflichtungen zu erfassen. Ziel ist es, spezifische Hürden für Künstlerinnen mit Sorgeverpflichtungen aufzudecken. Die Ergebnisse sind Grundlage, um gezielte Fördermaßnahmen einzufordern, wie z.B. Wiedereinstiegsstipendien, Kinderbetreuungszuschüsse, Atelierstipendien oder familienfreundliche Residenzen. Mit dieser Initiative sollen strukturelle Hindernisse identifiziert und die Chancengleichheit für Künstlerinnen mit Care-Verpflichtungen nachhaltig verbessert werden.


Stimmungsbild: Care-Arbeit hat langfristige Auswirkungen auf künstlerische Karrieren:

  • Weniger Zeit für künstlerische Arbeit → kleinere Formate und weniger Ausstellungen
  • Feste Care-Zeiten sind unvereinbar mit flexibler, künstlerischer Arbeitsweise und kurzfristigen Deadlines
  • Abendtermine und Netzwerktreffen sind oft unmöglich
  • Karriereknick durch Mutterschaft → Lücken im Lebenslauf
  • Dreifachbelastung: Kind, Kunst, Brotjob
  • Erschöpfung, fehlende Wertschätzung & strukturelle Hürden

Es ist Zeit, diese Realität sichtbar zu machen. Deshalb fordern wir ein Berliner Wiedereinstiegsstipendium für Künstlerinnen*!

(Umfragezeitraum 4.12.2024-10.01.2025)


Podcast Yes, we care!

In unserem Podcast Yes, we care! geht es um: Welche Erfahrungen machen Künstlerinnen mit Sorgeverpflichtungen? Welche strukturellen Hürden gibt es? Es diskutieren Expertinnen* und Akteur*innen, Sascia Bailer (Caring Culture Lab), Teresa Monfared (Bühnenmütter), Anna Schölss und Gabi Blum (Bündnis K&K – Kunst und Kind München), Ines Doleschal (fair share!), die Bundestagsabgeordnete Awet Tesfaiesus (Grüne), Till Fellrath (Hamburger Bahnhof - Nationalgalerie der Gegenwart), Karin Lingl (Kunstfonds Bonn) uvm. Wir stellen Vorschläge für gerechtere Förderstrukturen auf Landes- und Bundesebene vor.

 

Jetzt reinhören – hier oder überall, wo es Podcasts gibt!


Autorin: Tina Hammesfahr / Produktion stegermeister® / Redaktion: Ines Doleschal, Alice Münch 

Yes, we care!

Künstlerinnen* zwischen Sorgearbeit und Kunstschaffen

Parlamentarisches Frühstück, 27.09.2024
fair share! im Hamburger Bahnhof,  Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin

Unter dem Motto Yes, we care! hat am 27. September 2024 die Projektgruppe kunst+care des Aktionsbündnisses fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen e.V. zu einem Parlamentarischen Frühstück im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart eingeladen. 

 

Politiker*innen von Bund und Land sowie Kulturakteur*innen hatten die Möglichkeit, mit Care-Expertinnen* aus der Freien Szene der Bildenden Künste ins Gespräch zu kommen. Ihr Ziel ist die uneingeschränkte, vorurteilsfreie Teilhabe von Künstlerinnen* mit Care-Verantwortung am Kunstbetrieb sowie die Anpassung der Förderstrukturen auf Landes- und Bundesebene.


Fakten und Argumente

Frauen leisten in der Gesellschaft den überwiegenden Teil der Fürsorgearbeit (44% mehr als ihre männlichen Partner). Unbezahlte und nicht abgesicherte Reproduktionsarbeit wirkt sich auch erschwerend auf den Verlauf der Karrieren von Künstlerinnen* aus.

 

Ziel des fair share! Projektes kunst+care ist die uneingeschränkte, vorurteilsfreie Teilhabe von Künstlerinnen* mit care-Verantwortung am Kunstbetrieb sowie die Anpassung der Förderstrukturen auf Landes- und Bundesebene u.a. gemäß den Empfehlungen des Deutschen Kulturrates (von 2016, 2020 und 2023).

Im Austausch mit Akteurinnen* der Netzwerke Mehr Mütter für die Kunst, Bündnis Kunst & Kind München, kunst+kind berlin, art + care (Schweiz), intakt (Österreich), Other writers need to concentrate, Caring Culture Lab, Bühnenmütter sowie dem bbk berlin und BBK werden Forderungen erstellt und Lösungvorschläge erarbeitet.


Diese wurden u.a. vor dem Kulturausschuss des Bundestages durch die fair share! Aktivistinnen* Teresa Monfared (März 2023) und Ines Doleschal (März 2024) zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Kultur- und Kreativbereich“ vorgetragen.

kunst+care Forderungen sind:

  • Wiedereinstiegsstipendien für kunst- und kulturschaffende Frauen mit Sorgeverpflichtung nach der Familien- oder Pflegephase
  • Residenzstipendien für Eltern bzw. Sorgeverpflichtete und Anpassung bestehender Residenzstipendien an die Bedürfnisse Sorgeverpflichteter
  • Verpflichtung ausrichtender Institutionen, Kinderbetreuung bzw. finanzielle Aufstockungen anzubieten und eine Flexibilisierung von Stipendienaufenthalten zu gewährleisten, um Künstler*innen mit Kindern den Arbeitsaufenthalt zu ermöglichen
  • Übergreifende Anerkennung von Kinderbetreuungskosten als Projekt- und Produktionskosten

Als Grundlage eines würdevollen Arbeitens und (Über-) Lebens in der Kulturbranche und als notwendige Maßnahme zur Vermeidung von Abhängigkeit und (Alters-) Armut fordert kunst + care außerdem:

  • einen verbesserten Mutterschutz für Solo-Selbständige
  • die Absenkung des zum Bezug von Grundrente notwendigen Durchschnittseinkommens auf 10% des Durchschnittseinkommens
  • die Anerkennung von Stipendien als für das Sammeln von Rentenpunkten relevante Einnahme und ggf. Erhöhung derselben um einen potentiell zu versteuernden Anteil

Fotos: Petra Weller, Sascia Bailer, Ellen L. Weise, Anna Schölss / Fact sheet Grafik: Patricia Lincke, 2024